Her mit dem Besen!

Was bezweckst Du eigentlich mit Deinem blog? Was soll das bringen? Meinst Du nicht auch, die Luft ist raus? Mit solchen und ähnliche Fragen werde ich ab und an konfrontiert, stelle sie mir auch selber und gerate prompt ins Wanken. Ja, nicht jeder - vielleicht sogar keiner - dieser herunter getippten Zeugsfürze geht in den Literaturhimmel ein. Will ich damit etwas erreichen, muss ich damit etwas erreichen? Nö. Meine Gedanken, die Zweifel ebenso wie die Überzeugungen, das Heitere neben dem Düsteren in Worte zu fassen und es publik zu machen, tut mir einfach gut. Einerseits werde ich was los, andererseits stelle ich mir vor, wie eine Leserin, gar ein Leser, sich wieder erkennen, sich berührt fühlen, wie jemand schmunzelt und vor sich hin nickt. Wenn es eine Rückmeldung gibt, fühlt sich das sehr lebendig an. Ich bin nicht alleine. Am Du zum Ich werden, wie Martin Buber es ausdrückt. Klar schwingt da auch der Wunsch nach gehört werden mit, vielleicht meinen Töchtern etwas zu hinterlassen, vielleicht einen Einblick in meine Seele zu geben. Muss ich mich dazu erklären? Nö. Die Luft ist übrigens nicht draussen, aber der Alltag überholt mich immer wieder und ich arbeite noch daran, ihm ein Schnippchen zu schlagen. Der Kerl ist allerdings gewieft, bauernschlau und heimtückisch. Damit ich die Oberhand behalte, brauch ich einen Besen um ihn in die Schranken zu weisen. Tja, und der ist nicht immer zur Hand.

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“non tutte le ciambelle escono col buco” sagt man auf italienisch. Nicht alle Kuchen geraten einem mit Loch. Soll heissen, es ist nicht immer perfekt.

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Marita